Ich war da – nur nicht bei mir

Stephanie Klingspor
|
20. November 2025

Über Lebensmuster & die stille Selbstaufgabe

Vielleicht ist es nicht der laute Zusammenbruch, an den du dich erinnerst. Oft ist es eher dieser Moment, wenn alles getan ist und der Tag still geworden ist. Du spürst die Müdigkeit in deinen Schultern, stehst im Badezimmer vor dem Spiegel oder setzt dich für einen Augenblick hin. Von außen betrachtet hast du einen weiteren Tag gemeistert. Du warst präsent – für die Menschen, die dich brauchen, für Aufgaben, die erledigt werden müssen, für Erwartungen, die längst selbstverständlich wurden.

In dieser Ruhe spürst du nicht Erleichterung, sondern Erschöpfung – als wäre deine innere Energie längst verbraucht. Und genau dann taucht dieser Gedanke auf: Du warst den ganzen Tag da – aber nicht bei dir.

Es ist kein plötzlicher Schmerz. Eher ein leises Nachziehen. Du bist müde, nicht nur vom Tag, sondern von der ständigen Anstrengung, verfügbar zu sein. Du funktionierst, weil es gebraucht wird. Und gleichzeitig bemerkst du: du selbst bist dabei irgendwo stehen geblieben.

Wenn Zugehörigkeit zur Selbstaufgabe wird

Viele von uns haben früh gelernt, dass Nähe gehalten werden kann, wenn man sich anpasst. Du warst verständnisvoll, stark, oft diejenige, die stabilisiert. Vielleicht nennt man dich die Verlässliche. Die, die trägt.

Doch während du Halt gibst, verlierst du unmerklich deinen inneren Boden.

Anfangs fühlt es sich wie Fürsorge an. Doch je öfter du dich zurück nimmst, desto weniger spürst du dich. Du nimmst wahr, was andere brauchen – manchmal bevor sie es wissen. Aber wenn es darum geht, was du brauchst, bleibt die Antwort aus.

Du bist da – aber nicht du.

Die stille Erkenntnis

Oft zeigt sich das erst, wenn niemand hinsieht. Wenn du nachts wach liegst und dich fragst, warum sich alles leer anfühlt, obwohl du alles „richtig“ machst. Du lächelst, du reagierst, du trägst weiter. Und plötzlich begreifst du: du bist zwar unentbehrlich – aber innerlich kaum wahrgenommen.

Der Preis dafür, dass du für andere da warst, warst oft du selbst. Nicht aus Absicht. Sondern weil sich zeigen riskanter anfühlte als funktionieren.

Bis dieser Gedanke aufkommt – nicht laut, aber klar genug:
„Ich bin immer für andere da. Aber wo bleibe ich – wenn ich mich selbst verlasse?“

Was darunter liegt

Dieses Empfinden ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Erinnerung. Ein Teil in dir weiß noch, wie sich Lebendigkeit anfühlt, jenseits von Rollen. Vielleicht fragst du dich nicht mehr nur, wie du weitermachst, sondern erstmals:

„Und wie geht es mir dabei?“

Du brauchst keine schnellen Antworten. Nur einen Moment, in dem du dich nicht wieder übergehst.

Ein erster Schritt – leise nach innen

Wandel beginnt nicht außen, sondern im Inneren. Kein Entschluss, sondern die stille Bereitschaft, dich nicht weiter zu verlieren.

Vielleicht so:

• indem du dich fragst, wo du dich heute übergangen hast,
• indem du einen Atemzug lang in dir verweilst, bevor du reagierst,
• indem du dich nicht erreichbarer machst – sondern spürbarer.

Nicht, um dich neu zu erfinden. Sondern um dich wieder an dich zu nehmen.

Vielleicht magst du dir diese Frage stellen – ohne eine Antwort zu erzwingen:

Wann war ich zuletzt wirklich anwesend – nicht für jemanden, sondern für mich?

Wenn du das nicht mehr alleine halten willst

Vielleicht ist jetzt nicht der Moment für Lösungen, sondern für einen Raum, in dem nichts von dir verlangt wird – außer ehrlich zu spüren, was da ist.

Ich lade dich ein zu einem Online-Abend, an dem wir genau dafür Zeit nehmen:

Ich bin da. Fehle nur noch ich
Am 18.12.2025 um 19:00 Uhr
Online-Event · 1 Stunde Raum für dich
Link zur Anmeldung

Nicht, um dich zu verändern.
Sondern damit du dich nicht mehr übergehst.

Wenn du dich darin erkennst und diesen Weg achtsam weitergehen möchtest, findest du auf meinem Instagram-Kanal regelmäßige Impulse und stille Erinnerungen. Dort erfährst du auch, wenn neue Termine entstehen.

Vielleicht warst du lange für andere da.

Und vielleicht genügt es heute, dich für einen Moment nicht zu verlassen.

Keinen Schritt. Keine Rolle.
Nur ein inneres Einverständnis:

Ich bin hier.

Deine Stephi

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